Das Schicksal gleicht bekanntlich einem Pendel. 1981 wurde zum Wendepunkt der Entwicklung  der Karl May Spiele von Bad Segeberg, die dann auch von einer neu gegründeten Gesellschaft, der Kalkberg GmbH, geführt wurden. Mehr noch als sein Vorgänger Harry Walther war der neue Regisseur Klaus-Hagen Latwesen überzeugt, sich den Sehgewohnheiten des mittlerweile TV verwöhnten Publikums zu unterwerfen und mit Action zu kontern. Eine neue Zuschauergeneration ließ sich nur zögernd darauf ein. 1982 endete die Spielzeit mit einem desaströsen wirtschaftlichen Ergebnis. Gerade mal knappe 45.800 Zuschauer verirrten sich in  29 Vorstellungen. Nicht wenige in der Stadt forderten die Einstellung des Spielbetriebs. Klaus-Hagen Latwesen kämpfte um die Existenz der Spiele und errang die Zusage für eine letzte Chance. Und diese wurde von ihm konsequent genutzt. Mit einem Ergebnis von rund 131.000 Zuschauern feierten die Spiele 1983 ein triumphales Comeback. Nun brach die zweite große Erfolgsphase der Spiele an. Latwesen perfektionierte seinen Inszenierungsstil, schrieb die Bücher, führte Regie und präsentierte sich als fulminanter Häuptling der Apatschen. Noch bis heute sind diese Jahre für viele Freunde der Bühne die schönsten und spannendsten. Mit einer regelmäßig verpflichteten Kernmannschaft an Darstellern und Mitwirkenden eilte Latwesen von Erfolg zu Erfolg. Umso überraschender kam dann 1987 die Entlassung. Die Gier nach einem noch größeren finanziellen Erfolg mag die Hemmschwelle gesenkt haben, den erfolgreichen Latwesen abzuschieben und gegen den Erfolgsgaranten Pierre Brice einzutauschen. Ab 1988 sprach Winnetou am Kalkberg mit französischem Zungenschlag. Nicht zuletzt die politischen Umwälzungen und damit auch neues Zuschauerpotenzial aus der ehemaligen DDR führten zu einer optimalen Ausnutzung der Popularität von Brice. Von 1988 bis 1990 stiegen die Zahlen sprunghaft an. Dabei war aber allen Beteiligten klar, dass dies keine dauerhafte Lösung sein konnte. Brice Alter machte sich in einem deutlich zurückhaltenderen Spiel bemerkbar. Doch die Chance, den bis heute einzigen Film „Winnetou“ zu erleben, wollte sich kaum jemand entgehen lassen. Somit zogen die Segeberger wieder erfolgreich an den Sauerländern vorbei.

Eine kleine Übersicht der Spielzeiten:

1980 –  Im Tal des Todes

1981 – Der Schatz im Silbersee

1982 –  Winnetou – Der rote Gentleman

1983 – Old Surehand

1984 – Unter Geiern – Die Felsengeier

1985 – Der Ölprinz

1986 – Halbblut

1987 – Winnetou I – Blutsbrüder

1988 – Winnetou, der Apache

1989 – Der Schatz im Silbersee